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Das Beschreiten eines Erkenntnisweges ist gewinnend und mühselig zugleich. Es darf
nicht angenommen werden, dass dies in kurzer Zeit möglich ist. Es gibt kurze und somit
schwere oder lange und somit leichtere Wege. Der Weg ist entscheidend, das Ziel erreicht
man durch Bemühen und Gnade.
Ein unbeliebtes Szenario in einer Zeit in der einem immer alles als leicht, mühelos,
sofort verfügbar, überschäumend und problemlos angeboten wird.
Es gibt Viele die diese Wege beginnen, Viele die irgendwo stehen bleiben und leider Wenige die deutlich voranschreiten. Hier einige Anmerkungen zum Beginn des Weges:
Östlicher, westlicher oder ergänzender Weg?
Erkenntnis ohne Spiritualität?
Prinzipiell gibt es praktisch eine unbegrenzte Anzahl an spirituellen Erkenntniswegen und -zugängen. Vier wichtige Hauptgruppen sind dabei erkennbar:
Glaubensorientiert (Religion)
"Meister" - orientiert (Religion)
Erkenntnisorientiert
Einweihungsorientiert
Keine Entwicklung verläuft streng innerhalb einer "Gruppe". Keine Gruppe repräsentiert für sich selbst die alleinige "Wahrheit" so, dass andere anderen "Wahrheiten" daneben keine Berechtigung zum Bestand mehr hätten. Trotzdem ist eine "...beliebige Durchmischung" nicht möglich und nicht sinnvoll, da jeder Weg seine ureigene "Führung" und Kraft inne hat.
Allen Wegen gleich, wenn auch unterschiedlich geartet und ergriffen, ist die "Seinsfühlung". Seinsfühlung meint: Blitzartig tritt dabei die Erfahrung an uns heran, dass es mehr gibt als unsere Alltagserfahrung, dass hinter den Dingen eine "andere Wirklichkeit" steht, die in uns erfahrbar Raum greifen kann. "Seinsfühlung" kann von Anderen nicht nachvollzogen werden (gedanklich, logisch etc.), sondern setzt bei diesen ebenfalls eine eigene vorhandene "Seinserfahrung" voraus. Prinzipiell steht jedem der Weg zur "Seinserfahrung" und das Ziel "Seinserfahrung" offen und gangbar. Es gibt in dieser Möglichkeit der "Seinsfühlung" keine Unterschiede in Geschlecht, Religion, Kulturen, Rassen und Intellekt - dies zeigt die Historie und das Leben vieler Menschen. Christen kennen dies von ihren Heiligen ebenso wie die Vorbilder anderer Religionen.
Da "Seinserfahrung" für Andere nicht nachvollziehbar sind muss aber auch Vorsicht angebracht sein. In nicht seltenen Fällen wird vorgetäuschte "Seinserfahrung" als Maske und somit Mittel zur Gruppen- und Einzelmanipulation eingesetzt. Eine kritische Betrachtung der "Handlung" der Betreffenden ist hier angebracht.
Eine persönliche Entwicklung wird immer, auch oder gerade, wenn man wesentliche Einflüsse durch z. B. Initiation erfährt, in Stufen erfolgen. Unter Initiation darf man sich eine sprungartige Entwicklung vorstellen. Solche Effekte kennt man in der Naturwissenschaft z. B. in der Theorie der Quantenphysik oder im täglichen Leben beim Höhersteigen einer Treppe. Beim Menschen heißt dies: Ein herangetragener Impuls von "Außen", der in den Tiefen seiner Selbst erfahren wird und der das spirituelle und tägliche Leben grundlegend ändert. Diese Erfahrung beschreibt Karlfried Graf Dürckheim in seinen Werken.
Östlicher, westlicher oder ergänzender Weg?
Entgegen der heutigen Tendenz alles spirituelle Verhalten und Ansätze kritiklos aus
den östlich, asiatisch geprägten "Wegen" zu übernehmen, sei zu bedenken
gegeben, dass Leben in oder aus der westlichen Welt weniger den meisterorientierten als
eher den Erkenntnis- oder christlichen Glaubensweg sinnvoll macht. Denn wenn man die
beiden Pole der Erde sich vor Augen hält, so ergibt sich ein schönes bildhaftes
Beispiel, das sich auch auf die spirituellen Pole der Menschheit beziehen lässt. Beide
sind Gegenpole und doch ohne einander zumindest derzeit in der Menschheitsentwicklung
nicht denkbar.
Die östliche Welt lebt grob betrachtet aus der Meisterzentrierung und der Lösung aus dem
Individuum hin zur wesenlosen Gesamthaftigkeit und Zurückweisung der Welt als
"Bindendes Element".
In unserer westlichen Welt mit den Erkenntnis- und Glaubensprozessen hin zum
monotheistischen Gott, über einen Weg des erkennenden Individuums das sich aus der
Pro-Entscheidung, in seinem weltannehmenden Verständnis zu Gott und seiner Erlösung durch
Gnade bekennt, findet unser Denken einen kulturbezogeneren Zugang.
Erkenntnis ohne Spiritualität?
Die übersteigerte Akzentuierung der reinen glaubenslosen Erkenntnisorientierung hat in dieser westlichen Welt eine gewaltige Kluft geschaffen, die den Zugang für den Erkenntnissuchenden der einen Weg beschreiten will besonders erschwert hat. Bereits die Trennung zwischen der Begrifflichkeit "...zu Wissen gelangen" beziehungsweise in "...Seinsfühlung stehen (gestanden zu sein)" hilft hierbei trefflich zu entscheiden.
Lebenswege und Denkmodelle sind ohne Spiritualität durchaus denkbar, aber sie sind eben keine Erkenntniswege, welche aus sich heraus zur "Seinsfühlung" führen.
Es gab immer wieder Menschen welche Ihren Weg ohne Spiritualität begonnen haben. Zum Erkenntnisweg wurde er, ihren eigenen Angaben nach, dann jedoch erst in der Erfahrung einer, wenn auch oft ungewollten "Seinsfühlung". Sehr anschauliche Beispiele sind hierbei Paulus und Franz von Assisi
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